Dr. Lutz Lautstark

- Verleger und Stadtratsmitglied in Saarheim -

 

Dr. Lutz Lautstark wurde 1935 in Königsberg geboren. Sein Vater, der Reichspostbeamte Ludger Lautstark, der später bei der Waffen-SS diente, nach der Kriegsgefangenschaft 1955 jedoch erneut in den Postdienst eintrat, übte auf den kleinen Lutz schon früh einen prägenden Einfluss aus. Auch die Vertreibung aus seiner Heimat, die die Familie Lautstark erst nach Flensburg führte, bevor sie nach Stuttgart umgesiedelt wurde, hat Dr. Lautstark nie verwunden.

1955 bis 1960 studierte Lutz Lautstark an den Universitäten Augsburg und München Geschichte und Germanistik. Seine Dissertation über "Der Dolchstoß 1918 - wirklich nur eine Legende?" erregte in der Fachwelt großes Aufsehen, wenn auch weniger wegen ihrer Qualität als wegen ihrer Thesen. Anschließend trat Lautstark in das Verlagsgeschäft ein.

1963 lernte er seine spätere Frau Liselotte Kreißler kennen, Tochter des 1971 verstorbenen Saarheimer Künstlers Konrad Kreißler, der 1933 bis 1945 mit seinen (nur sehr schwer zu transportierenden) Monumental-Statuen sehr viel Erfolg hatte. Nach seiner Heirat gründete Lautstark in Saarheim einen eigenen - recht erfolgreichen - Verlag, der sich zunächst auf die Herausgabe von Kriegserinnerungen spezialisierte, seit 1990 allerdings auch vermehrt Werke zu aktuellen Themen herausbringt, etwa zur Frage der Notwendigkeit des Austritts der Bundesrepublik Deutschland aus der Europäischen Union, zum Erfordernis verstärkter Beachtung von "law and order", zur Förderung deutschen Kulturguts, zur "Ausländerfrage" und zur Rechtschreibreform. Viele der von ihm verlegten Bücher hat Lautstark in seiner Villa in Saarheim-St. Louis selbst geschrieben.

Politisch steht Dr. Lautstark keiner der etablierten Parteien mehr nahe, nachdem er sukzessive in mehrere eingetreten war, jedoch stets nach kurzer Zugehörigkeit im Streit wieder ausschied. Heute konzentriert er sich auf die Saarheimer Kommunalpolitik und ist Gründer der Wählergemeinschaft "Bund Deutscher Bürger - B. D. B.", die schon seit längerem - von Oberbürgermeister Oskar Obenauf insgeheim bedauert - in Fraktionsstärke im Stadtrat vertreten ist und deren Fraktionsvorsitzender er ist. Dr. Lautstark will im Übrigen den "undemokratischen und vaterlandslosen Rechtswegestaat" der Bundesrepublik mit eigenen Waffen schlagen: Sobald er eine Verletzung seiner Rechte für möglich hält, klagt er, und ist deshalb beim Verwaltungsgericht des Saarlandes schon wohlbekannt.

Dr. Lautstark ist Ehrenmitglied des von seinem Vater 1960 gegründeten "Kameradschaftsbunds Deutsche Eiche e.V.", einem Zusammenschluss ehemaliger (in ihrer Zahl freilich immer stärker abnehmenden) Mitglieder der Waffen-SS, dessen Geschäfte - hauptsächlich die Organisation des jährlich stattfindenden Kameradschaftstreffens - Dr. Lautstark für seinen mittlerweile recht betagten Vater führt.


Zeichnung: Satish Sule

© Klaus Grupp (Universität des Saarlandes) und

Ulrich Stelkens (Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer)